Kultur & Geschichte im Nordschwarzwald

Die schönsten Klöster im Schwarzwald

Romanische Klosterkirchen, mittelalterliche Ruinen und ein UNESCO-Welterbe: Rund um den Nordschwarzwald lassen sich einige der eindrucksvollsten Klosteranlagen Baden-Württembergs entdecken. Wir stellen Ihnen die vier Stationen der Klosterroute Nordschwarzwald vor – und ergänzen mit Allerheiligen eine weitere sehenswerte Klosterruine.

4 Klöster der offiziellen Klosterroute UNESCO-Welterbe Maulbronn Ausflüge ab Bad Wildbad
Ausflugstipps von Mokni’s Palais Hotel & SPA

Inhaltlich geprüft:

Kloster Maulbronn – UNESCO-Welterbe im nördlichen Baden-Württemberg
Kloster Maulbronn – UNESCO-Welterbe und Auftakt der Klosterroute

Vier Klöster – vier ganz unterschiedliche Geschichten

Die offizielle Klosterroute Nordschwarzwald verbindet das UNESCO-Welterbe Kloster Maulbronn mit Hirsau, dem Kloster Maria Reuthin in Wildberg und Kloster Alpirsbach. Dabei führt sie vom Kraichgau-Stromberg Schritt für Schritt hinein in den Nordschwarzwald.

Die vier Anlagen unterscheiden sich deutlich: Maulbronn ist außergewöhnlich vollständig erhalten, Hirsau beeindruckt als weitläufige Ruinenlandschaft, Maria Reuthin erzählt von einem ehemaligen Frauenkloster und Alpirsbach von Benediktinern, Reformation und Klosterschule.

Vom UNESCO-Welterbe bis tief in den Schwarzwald

Die Klosterroute verbindet Maulbronn, Hirsau, Wildberg und Alpirsbach über eine mehr als 100 Kilometer lange Kultur- und Naturlandschaft. Sie kann in unterschiedlichen Abschnitten zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder teilweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln entdeckt werden.

Wer nicht die gesamte Route bereisen möchte, kann die einzelnen Klöster selbstverständlich auch unabhängig voneinander besuchen.

Offizielle Klosterroute Nordschwarzwald
Maulbronn Hirsau Wildberg Alpirsbach
Benediktinerkloster Historische Ruinenanlage

Kloster Hirsau – Zentrum einer mittelalterlichen Reformbewegung

Zwischen bewaldeten Schwarzwaldhöhen im Nagoldtal liegen die eindrucksvollen Reste eines der einst bedeutendsten Benediktinerklöster im deutschen Südwesten.

Hirsau entwickelte sich im 11. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum der benediktinischen Reformbewegung. Die sogenannte Hirsauer Reform beeinflusste zahlreiche Klöster und wirkte weit über den Schwarzwald hinaus.

Heute prägen die Ruinen von St. Peter und Paul, der markante Eulenturm, Reste des Kreuzgangs, die Marienkapelle und das ehemalige herzogliche Jagdschloss das Gelände.

Zusätzlich vermittelt das Klostermuseum Hirsau anhand von Fundstücken, Texten und historischen Darstellungen mehr als tausend Jahre Klostergeschichte sowie die spätere Ortsgeschichte Hirsaus.

Besuch heute: Die Außenanlagen des Klosters St. Peter und Paul sind tagsüber frei zugänglich. Das Klostermuseum besitzt eigene saisonale Öffnungszeiten. Außerdem werden Führungen angeboten.
Offizielle Informationen zu Kloster Hirsau
Dominikanerinnenkloster Museum & historische Anlage

Kloster Maria Reuthin in Wildberg

Direkt im Nagoldtal liegt eine deutlich kleinere, aber für die Geschichte Wildbergs besonders interessante Station der Klosterroute.

Maria Reuthin entstand im 13. Jahrhundert und war ein Dominikanerinnenkloster. Wohlhabende Klosterfrauen und ihre Mitgiften trugen über lange Zeit zum Besitz und zur wirtschaftlichen Bedeutung des Klosters bei.

Nach Reformation und späteren Veränderungen gingen Teile der ursprünglichen Klosteranlage verloren. Besonders markant erhalten blieb der mächtige Fruchtkasten, der einst zur Lagerung von Vorräten und Abgaben diente.

Heute befindet sich dort das Museum der Stadt Wildberg. Die Ausstellung beschäftigt sich unter anderem mit der Stadtgeschichte, Landwirtschaft, Handwerk, Textilgeschichte und dem traditionellen Wildberger Schäferlauf.

Besuch heute: Die Klosteranlage kann von außen erlebt werden. Für das Museum gelten eigene Öffnungszeiten; Führungen und Veranstaltungen werden teilweise gesondert angeboten.
Informationen zu Kloster Maria Reuthin
Benediktinerkloster Kloster & Museum

Kloster Alpirsbach – Romanik im Kinzigtal

Mächtiger roter Buntsandstein, eine monumentale romanische Klosterkirche und außergewöhnliche Fundstücke aus einer späteren Klosterschule machen Alpirsbach zu einer der spannendsten historischen Anlagen im Schwarzwald.

Das Benediktinerkloster wurde 1095 gegründet. Seine Entstehung steht eng mit der Hirsauer Reform in Verbindung. Die heutige romanische Klosterkirche entstand bereits wenige Jahrzehnte nach der Gründung.

Zu den besonderen Bereichen gehören die große Klosterkirche, der spätgotische Kreuzgang, das ehemalige Dormitorium und das Klostermuseum.

Nach der Reformation wurde in den Gebäuden eine evangelische Klosterschule eingerichtet. Unter den Dielen erhalten gebliebene Alltagsgegenstände und Kleidungsstücke aus dem 15. und 16. Jahrhundert geben heute ungewöhnlich direkte Einblicke in das Leben der damaligen Schüler.

Besuch heute: Kloster, Museum und ausgewählte historische Räume können besichtigt werden. Regelmäßig werden klassische Klosterführungen sowie wechselnde Sonderführungen und Veranstaltungen angeboten.
Offizielle Informationen zu Kloster Alpirsbach

Noch eine besondere Klosterruine im Schwarzwald

Allerheiligen gehört nicht zu den vier Stationen der Klosterroute Nordschwarzwald. Wegen ihrer außergewöhnlichen Lage und der Verbindung mit den gleichnamigen Wasserfällen verdient die Ruine dennoch einen Platz in diesem Guide.

Prämonstratenserkloster Frei zugängliche Ruine

Klosterruine Allerheiligen bei Oppenau

Zwischen Wald und Felsen stehen die frühgotischen Mauern des ehemaligen Klosters Allerheiligen – direkt oberhalb einer der bekanntesten Wasserfalllandschaften des Schwarzwalds.

Das Prämonstratenserkloster wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts gegründet. Mit der Säkularisation endete 1803 das klösterliche Leben. Ein Blitzschlag beschädigte die Anlage kurz darauf schwer.

Erhalten sind unter anderem Teile der ehemaligen Klosterkirche, des Kreuzgangs und weiterer Gebäudestrukturen. Die Ruine ist heute frei zugänglich.

Besonders reizvoll ist die Kombination mit den nahe gelegenen Allerheiligen-Wasserfällen, die über mehrere Kaskaden durch eine steile Schlucht führen.

Allerheiligen finden Sie auch in unserem Guide zu den Lost Places im Schwarzwald – dort bewusst als legale Alternative zu nicht zugänglichen verlassenen Gebäuden.

Informationen zur Klosterruine Allerheiligen

Welche Klöster lassen sich gut miteinander verbinden?

Sie müssen nicht die komplette Klosterroute bereisen. Für einen Tagesausflug ab Bad Wildbad lassen sich die Ziele sinnvoll nach Region und gewünschtem Schwerpunkt auswählen.

Nagoldtal

Hirsau & Maria Reuthin

Die beiden Klosterorte liegen entlang der Nagold und lassen sich besonders sinnvoll miteinander verbinden. Hirsau bietet die größere Ruinenanlage und das Klostermuseum, Wildberg die kleinere historische Anlage Maria Reuthin.

UNESCO-Ausflug

Kloster Maulbronn

Wer sich besonders für mittelalterliche Architektur interessiert, sollte Maulbronn ausreichend Zeit widmen. Kloster, Klosterhof, Museum und historische Umgebung machen die Anlage zu einem eigenständigen Kulturziel.

Tiefer im Schwarzwald

Kloster Alpirsbach

Alpirsbach eignet sich als eigener Tagesausflug in Richtung Kinzigtal. Romanische Architektur, Klostermuseum und die Schwarzwaldlandschaft verbinden Kultur und Natur besonders gut.

Ruine & Natur

Allerheiligen & Wasserfälle

Wenn Sie historische Mauern mit einem Naturerlebnis verbinden möchten, bietet sich die frei zugängliche Klosterruine Allerheiligen zusammen mit den benachbarten Wasserfällen an.

Kultur, Wandern und Schwarzwald miteinander verbinden

Viele historische Orte liegen mitten in abwechslungsreichen Landschaften. Wer seinen Klosterbesuch mit Bewegung verbinden möchte, findet rund um Bad Wildbad und im Nordschwarzwald zahlreiche weitere Wander- und Ausflugsmöglichkeiten.

Fragen zu Klöstern im Schwarzwald

Die wichtigsten Antworten zur Klosterroute und zu den einzelnen historischen Anlagen.

Welche Klöster gehören zur Klosterroute Nordschwarzwald?

Die offizielle Klosterroute verbindet Kloster Maulbronn, Kloster Hirsau, Kloster Maria Reuthin in Wildberg und Kloster Alpirsbach.

Liegt Kloster Maulbronn tatsächlich im Schwarzwald?

Nicht unmittelbar. Maulbronn liegt im Kraichgau-Stromberg nördlich beziehungsweise nordöstlich des Schwarzwalds. Es bildet jedoch den offiziellen Ausgangspunkt der Klosterroute Nordschwarzwald, die von dort über Hirsau und Wildberg bis nach Alpirsbach führt.

Kann man die Klosterruine Hirsau kostenlos besuchen?

Die Außenanlagen des Klosters St. Peter und Paul sind tagsüber frei zugänglich. Für das separate Klostermuseum, Führungen und besondere Angebote gelten eigene Bedingungen und Öffnungszeiten.

War Maria Reuthin ein Zisterzienserinnenkloster?

Nein. Das Kloster Maria Reuthin in Wildberg war ein Dominikanerinnenkloster. Die Anlage entstand im 13. Jahrhundert; heute befindet sich im historischen Fruchtkasten das Museum der Stadt Wildberg.

Was ist das Besondere an Kloster Alpirsbach?

Kloster Alpirsbach wurde 1095 gegründet und steht in der Tradition der Hirsauer Reform. Besonders sehenswert sind die romanische Klosterkirche, der spätgotische Kreuzgang und das Klostermuseum mit außergewöhnlichen Fundstücken aus der späteren Klosterschule.

Gehört die Klosterruine Allerheiligen zur Klosterroute?

Nein. Allerheiligen ist keine Station der offiziellen Klosterroute Nordschwarzwald. Die frei zugängliche Klosterruine bei Oppenau ist jedoch ein eigenständiges Ausflugsziel und lässt sich sehr gut mit den benachbarten Allerheiligen-Wasserfällen verbinden.

Lässt sich ein Klosterbesuch mit Wandern verbinden?

Ja. Die Klosterroute selbst ist auch als Wander- und Radroute angelegt. Zusätzlich liegen Hirsau, Wildberg, Alpirsbach und Allerheiligen in Regionen mit zahlreichen ausgeschilderten Wanderwegen.