Namensgeschichte des Schwarzwalds

Warum heißt der Schwarzwald Schwarzwald?

Der Schwarzwald ist natürlich nicht wirklich schwarz. Sein Name verweist vielmehr auf das Bild eines dichten, dunklen und früher nur schwer zugänglichen Waldgebirges. Historisch ist die Geschichte allerdings etwas spannender als die bekannte Kurzfassung „Die Römer nannten ihn silva nigra“.

deutscher Name seit 868 belegt damals „Svarzwald“ antiker Name: Abnoba spätantik: Silva Marciana
Dichte Waldlandschaft im Schwarzwald
Dichte Wälder prägen das Bild des Schwarzwalds bis heute.
Kurz erklärt

Woher kommt der Name „Schwarzwald“?

Die deutsche Bezeichnung „Svarzwald“ ist erstmals im Jahr 868 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen nachgewiesen. Der Name beschreibt sehr wahrscheinlich die Wahrnehmung eines großen, dicht bewaldeten und dadurch dunkel wirkenden Gebirges.

Wichtig ist dabei: Die häufig erzählte Version, die Römer hätten das Gebiet schlicht „silva nigra“ – „schwarzer Wald“ genannt, verkürzt die tatsächliche Namensgeschichte. Antike Quellen verwendeten für das Gebiet unter anderem Abnoba beziehungsweise Silva Marciana. Die lateinische Bezeichnung Nigra silva begegnet vor allem in mittelalterlichen Quellen.

Von der Antike bis ins Mittelalter

Der Schwarzwald hatte nicht immer denselben Namen

Die Bezeichnungen für das Waldgebirge haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Gerade deshalb lohnt sich ein etwas genauerer Blick auf die historischen Quellen.

Antike
Abnoba

Das Waldgebirge der antiken Autoren

Römische Autoren wie Plinius und Tacitus bezeichneten das Gebirge, in dessen Bereich die Donau entspringt, als Abnoba beziehungsweise Mons Abnobae.

Der Begriff gehört damit zu den ältesten überlieferten Bezeichnungen für das Gebiet des heutigen Schwarzwalds.

Spätantike
Silva Marciana

Ein weiterer Name taucht auf

In spätantiken Quellen findet sich außerdem die Bezeichnung Silva Marciana. Sie ist unter anderem bei Ammianus Marcellinus und auf der sogenannten Tabula Peutingeriana überliefert.

Auch diese Bezeichnung wird mit dem Gebiet des heutigen Schwarzwalds in Verbindung gebracht.

Mittelalter
Nigra silva

Lateinische und deutsche Bezeichnungen nebeneinander

In mittelalterlichen lateinischen Texten begegnet für den Schwarzwald auch die Bezeichnung Nigra silva, wörtlich also „schwarzer Wald“.

Ein Beleg aus dem frühen 12. Jahrhundert erklärt sogar sinngemäß ausdrücklich die Verbindung: Nigra silva, die in unserer Sprache Swarzewalt genannt wird.

Die Bedeutung von „schwarz“

Warum wirkte der Schwarzwald so dunkel?

Die genaue Motivation hinter einem mehr als tausend Jahre alten Landschaftsnamen lässt sich heute nicht bis ins letzte Detail rekonstruieren. Die dunkle Erscheinung dichter Wälder ist jedoch eine naheliegende und bis heute verbreitete Erklärung.

01

Dicht bewaldete Landschaft

Große zusammenhängende Waldflächen erschienen von außen dunkel, geschlossen und schwer zugänglich. Unter einem dichten Kronendach gelangt zudem deutlich weniger Licht bis auf den Waldboden.

02

Ein schwer zugängliches Mittelgebirge

Der Schwarzwald war über lange Zeiträume wesentlich weniger dicht besiedelt als die umliegenden Landschaften. Täler, Höhenzüge und große Waldflächen machten die Erschließung vieler Gebiete aufwendig.

Der Wald verändert sich

Warum heute trotzdem so viele Fichten zu sehen sind

Die Wälder des Schwarzwalds wurden über Jahrhunderte intensiv genutzt. Holz war Rohstoff und Energiequelle und spielte unter anderem für Bau, Handwerk und Flößerei eine große Rolle. Rodungen, Beweidung und Holznutzung veränderten die ursprünglichen Wälder erheblich.

Bei späteren Aufforstungen wurden vielerorts Fichten bevorzugt, unter anderem weil sie vergleichsweise schnell wachsen. Dadurch entstanden Waldbilder, die heute häufig mit dem Schwarzwald verbunden werden – obwohl sie nicht dem ursprünglichen Zustand des Gebirges entsprechen.

Im Nationalpark Schwarzwald lässt sich heute beobachten, wie sich Wälder wieder vielfältiger und natürlicher entwickeln können. Neben Fichten prägen dort unter anderem Tannen und Buchen die Waldlandschaft. Wer den Nordschwarzwald selbst entdecken möchte, findet rund um Bad Wildbad zahlreiche Möglichkeiten, Naturerlebnis und Erholung miteinander zu verbinden.

Kurz eingeordnet

Drei Dinge, die häufig verwechselt werden

Nicht ganz

„Die Römer nannten ihn Silva Nigra.“

Das ist eine populäre Vereinfachung. Für die Antike sind insbesondere Abnoba und Silva Marciana überliefert. Nigra silva ist als lateinische Bezeichnung vor allem aus dem Mittelalter bekannt.

Nein

„Der Name kommt von den vielen Fichten.“

Die heutige Dominanz der Fichte in manchen Bereichen ist zu großen Teilen eine Folge historischer Waldnutzung und Aufforstung. Der Name Schwarzwald ist wesentlich älter.

Belegt

„Der Name ist mehr als 1.000 Jahre alt.“

Ja. Die Form „Svarzwald“ ist bereits 868 schriftlich belegt.

Schwarzwald erleben

Den Schwarzwald entdecken – und bei Mokni’s entspannen

Wer die Wälder, Höhen und Geschichten des Schwarzwalds nicht nur lesen, sondern selbst erleben möchte, findet mit Mokni’s Palais Hotel & SPA in Bad Wildbad einen Ausgangspunkt mitten im Nordschwarzwald.

Unser familiengeführtes Adults-Only-Wellnesshotel ab 16 Jahren besteht aus den beiden gegenüberliegenden Gebäuden „Badhotel“ und „Rossini“ direkt am Kurplatz von Bad Wildbad.

Besonders angenehm nach einem Tag im Schwarzwald: Vom Gebäude „Badhotel“ gelangen Hotelgäste direkt im Bademantel in das historische „Palais Thermal“ . Der Eintritt in das „Palais Thermal“ und die benachbarte „Vital Therme“ ist während des Aufenthalts bereits im Zimmerpreis enthalten.

Quellen & historische Einordnung

Für die historische und naturkundliche Einordnung wurden unter anderem Informationen der Schwarzwald Tourismus GmbH, des Nationalparks Schwarzwald sowie historische und wissenschaftliche Quellen zur Namensgeschichte berücksichtigt.

Häufige Fragen

Fragen zum Namen „Schwarzwald“

Warum heißt der Schwarzwald Schwarzwald?

Der Name wird mit der dunklen Erscheinung der früher großen, dichten und schwer zugänglichen Waldflächen in Verbindung gebracht. Die deutsche Form „Svarzwald“ ist bereits im Jahr 868 schriftlich belegt.

Haben die Römer den Schwarzwald „Silva Nigra“ genannt?

Diese Erklärung ist weit verbreitet, historisch aber zu vereinfachend. Antike Quellen kennen das Gebiet unter anderem als Abnoba beziehungsweise Silva Marciana. Die lateinische Bezeichnung „Nigra silva“ ist insbesondere aus mittelalterlichen Quellen bekannt.

Seit wann heißt der Schwarzwald Schwarzwald?

Die deutsche Namensform ist seit dem Jahr 868 belegt. In einer Urkunde des Klosters St. Gallen findet sich die Formulierung „in saltu Svarzwald“.

Kommt der Name Schwarzwald von den vielen Fichten?

Nein. Fichten waren in den ursprünglichen Wäldern vieler Schwarzwaldgebiete deutlich weniger verbreitet als heute. Ihre heutige Häufigkeit ist teilweise eine Folge historischer Aufforstungen. Der Name Schwarzwald ist wesentlich älter.

Welche Bäume wuchsen ursprünglich im Schwarzwald?

Im Nordschwarzwald bestanden ursprüngliche Wälder in tieferen Lagen vor allem aus Buchen und Eichen. In höheren Lagen waren insbesondere Tanne und Buche prägend. Fichten kamen deutlich weniger häufig vor als heute.

Warum heisst der Schwarzwald Schwarzwald ?

Wellness im Schwarzwald ist in aller Munde – doch woher kommt der Name Schwarzwald denn überhaupt ? Sie haben es wahrscheinlich bereits erraten, der Schwarzwald ist nicht wirklich ein schwarzer Wald. Es ist eher so, dass der Schwarzwald hauptsächlich aus Fichten besteht, also ein Tannennadelbaum mit einem dunklen Grünton. Fichten wachsen schnell und vor allem dicht. Wenn man sich nun den Wald im Mittelgebirge des südlichen Deutschlands von der Weite ansieht, sehen die Bäume, wegen ihrer Dichte stockdunkel aus. Aber nicht nur das, die Fichtenwälder sind auch tagsüber sehr finster. Von diesem Gesichtspunkt gesehen, ist es nahe liegend, dass der Wald den Namen Schwarzwald erhielt.

Geschichtliches zum Schwarzwald

Tatsächlich geht der Name Schwarzwald bis zu den Römern zurück. Als die römischen Armeen vor 2000 Jahren von Italien in den Norden Europas kamen, gab es noch keine saftigen Wiesen und sanften Hügel. Die ganze Gebirgskette war ein einziger großer Wald. Irgendwie war Ihnen der endlose Wald unheimlich. Er war dunkel und undurchdringlich. Das brachte ihm den Namen „silva nigra“, was so viel wie „schwarzer Wald“ bedeutet. Es wird sogar gesagt, dass sich die Römer nur am Waldrand ansiedelten, da sich niemand wirklich traute, den Wald zu roden. Das begann erst in der Zeit, als Ritter und Klöster das Land zu besiedeln begannen. Es wurde eine Urkunde gefunden, die auf das Jahr 868 nach Chr. hindeutet, in der zum ersten Mal der Name „Swarzwald“ genannt wurde. Also schon sehr nahe dem heutigen Schwarzwald.

Doch die Geschichte endet nicht hier.

Etwa 900 Jahre später, als der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe auf seinen Reisen durch den Schwarzwald kam, sah es hier schon ganz anders aus als zu den Zeiten der Römer.

Viele Menschen hatten sich in der süddeutschen Gegend angesiedelt und brauchten Holz teils zum Bauen, teils, um ihre einfache Behausung während der kalten Winterzeit zu erwärmen. Aber noch etwas anderes geschah in dieser Zeit. Erz musste für die Herstellung von Glas geschmolzen werden. Was es danach noch an Holz gab, wurde nach Holland für den Schiffsbau geflößt.

Die Berge waren so kahl, dass Regen und Eis unter die Erdoberfläche eindringen konnten und die Täler fortan von Bergrutsch und Steinschlag bedrohten. Also wurden wieder Bäume gepflanzt. Wegen ihres schnellen Wachstums entschied man sich für Fichten. Da in Laufe der Zeit mehr Laubbäume angebaut wurden, hat der Schwarzwald nun ein eher buntes Erscheinungsbild.

Legendäres zum Schwarzwald

Eingebettet in den südwestlichen Zipfel Deutschlands hat der Schwarzwald im Laufe der Jahrhunderte viele wandernde Stämme beherbergt. Er war wild, ungezähmt und nur den alten Menschen bekannt, die diesen Wald zu ihrer Heimat machten. Der Wald und seine Bewohner haben jahrhundertelang Krieg und Verwüstung erlebt. Zuerst durch das Römische Reich, danach durch die europäischen Herrscher und ihren Raubrittern, die christliche Kirche und nicht zuletzt, die schwarze Pest.

Diese turbulente Geschichte hat die Bewohner des Waldes stark, hartnäckig und stolz gemacht. Über den Ursprung des deutschen Namens gibt es verschiedene Ansichten. Einige glauben, dass die Römer den „blauäugigen, hautfarbenen Riesen“ wegen ihrer Stärke und Aggressivität den Namen Germanen oder Kriegsleute verliehen haben. Wieder andere glauben, dass ihre Verbündeten, die Kelten, für ihren Namen verantwortlich waren. Die Kelten nannten sie „Germani“, was „Männer des Waldes“ bedeutet.

Ganz gleich, welcher Version der Geschichte man Glauben schenkt, beide erzählen von einem starken und leidenschaftlichen Volk mit einer tiefen Verbundenheit zu seinen Wäldern. Der Schwarzwald ist von Legenden und Geheimnissen umwoben. Der Name Schwarzwald kommt von dem dichten Wachstum der Nadelbäume, die einen Großteil des Sonnenlichts abhalten und den Tiefen des Waldes ein dunkles, geheimnisvolles Gefühl verleihen.

Oft ziehen Nebelschwaden auf, die den Wald in Dunst hüllen und ihm eine geheimnisvolle und unheimliche Aura verleihen. Der Wald hat im Laufe der Jahrhunderte viele Legenden und Geschichten inspiriert. Die Gebrüder Grimm schrieben Schwarzwaldmärchen wie „Rotkäppchen“, „Schneewittchen“ und „Rapunzel“. Die 1812 veröffentlichte Märchensammlung der Gebrüder Grimm enthielt Gewaltdarstellungen, vorehelichen Sex, Inzest, Kindesmissbrauch, Antisemitismus und andere Inhalte für Erwachsene. Natürlich haben sich diese Geschichten seither zu den heute bekannten Geschichten weiterentwickelt. Und obwohl sie heute Kindergeschichten sind, haben sie doch noch einen etwas barbarischen Hauch. Man denke dabei nur an „Hänsel und Gretel.“