Lost Places im Schwarzwald
Verlassene Grandhotels, ehemalige Heilstätten und vergessene Industrieanlagen: Im Schwarzwald erinnern zahlreiche Orte an frühere Zeiten. Wir zeigen bekannte Lost Places der Region, erklären ihren heutigen Status und verraten, welche Orte legal besucht werden können.
Inhaltlich geprüft:
Was macht Lost Places im Schwarzwald so faszinierend?
Zwischen dicht bewaldeten Berghängen, traditionsreichen Kurorten und der Schwarzwaldhochstraße stehen Gebäude, deren ursprüngliche Nutzung längst der Vergangenheit angehört. Einige verfallen, andere werden gesichert, umgebaut oder schrittweise wiederbelebt.
Ihre besondere Atmosphäre entsteht durch den Kontrast zwischen früherem Glanz und sichtbarem Wandel. Gleichzeitig erzählen die Orte viel über die Geschichte des Tourismus, der Gesundheitsversorgung und der Industrie im Schwarzwald.
Die bekanntesten Lost Places im Schwarzwald
Von einem ehemaligen Grandhotel über eine aufgegebene Heilstätte bis zur Industriebrache: Diese Orte stehen im Mittelpunkt unseres Schwarzwald-Guides.
Das Hotel Waldlust in Freudenstadt
Das ehemalige Grandhotel Waldlust gehört zu den bekanntesten Lost Places im Schwarzwald und wird heute schrittweise als Kultur- und Veranstaltungsort wiederbelebt.
Das 1902 eröffnete Luxushotel war in seiner Blütezeit Treffpunkt internationaler Gäste. Der repräsentative Festsaal, lange Korridore, historische Zimmer und viele erhaltene Ausstattungsdetails vermitteln noch heute einen Eindruck von der früheren Hotelkultur.
Nach mehreren Besitzerwechseln und längeren Leerständen endete der reguläre Hotelbetrieb. Später entwickelte sich die Waldlust zu einem der bekanntesten Fotomotive der deutschen Lost-Place-Szene.
Rund um das Gebäude entstanden außerdem zahlreiche Spukgeschichten. Besonders bekannt ist die Erzählung über eine angeblich ermordete Hotelbesitzerin. Diese Geschichte gehört jedoch zur modernen Legendenwelt der Waldlust und ist historisch nicht belegt.
Die Denkmalfreunde Waldlust kümmern sich heute um den Erhalt des Gebäudes. Führungen, Besuchertage, Fototouren, Konzerte und Veranstaltungen ermöglichen einen legalen Einblick in Teile des früheren Grandhotels.
Die ehemalige Heilstätte Charlottenhöhe bei Schömberg
Die Charlottenhöhe ist ein bedeutender Ort der regionalen Medizingeschichte, heute jedoch eine akut gefährliche und nicht zugängliche Brandruine.
Zwischen 1907 und 1973 wurden in der damaligen Lungenheilstätte unter anderem Menschen mit Tuberkulose und anderen Lungenerkrankungen behandelt. Höhenlage, frische Luft und großzügige Liegehallen gehörten zum damaligen Therapiekonzept.
Nach der Schließung gab es verschiedene Pläne für eine neue Nutzung. Eine dauerhafte Wiederbelebung des weitläufigen Gebäudekomplexes gelang jedoch nicht. Leerstand, Vandalismus und fortschreitender Verfall prägten das Gelände.
Ein schwerer Brand im Jahr 2023 zerstörte große Teile des Dachs und verschärfte die Gefahrenlage erheblich. Das Areal wurde abgesperrt. Einsturzgefährdete Bauteile, offene Schächte und beschädigte Böden machen das Betreten lebensgefährlich.
Die Papierfabrik Weißenstein bei Pforzheim
Die ehemalige Papierfabrik in Dillweißenstein ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Industriegeschichte am nördlichen Rand des Schwarzwalds.
Die Papierfabrik Weißenstein wurde 1861 gegründet. Wasserkraft aus der Nagold spielte für die Produktion eine wichtige Rolle. Über Jahrzehnte entstand ein weitläufiger Komplex aus Produktionshallen, Lagerhäusern, Werkstätten und technischen Anlagen.
Im Oktober 2001 endete die Papierproduktion. Seitdem stehen große Teile des früheren Fabrikgeländes leer. Einzelne Bereiche werden jedoch genutzt, gesichert oder hinsichtlich einer zukünftigen Entwicklung untersucht.
Das Gelände ist deshalb weder ein öffentlicher Erlebnisort noch eine frei zugängliche Ruine. Beschädigte Konstruktionen, Dächer und Böden können auch in vermeintlich stabilen Hallen erhebliche Gefahren darstellen.
Das Schlosshotel Bühlerhöhe
Das monumentale Schlosshotel Bühlerhöhe zählt zu den bekanntesten leer stehenden Luxushotels im Nordschwarzwald.
Der markante Gebäudekomplex wurde ab 1912 hoch über dem Bühlertal errichtet. Ursprünglich war die Anlage als Genesungsheim für Offiziere vorgesehen. Später diente sie als Kurhaus und schließlich als exklusives Schlosshotel.
Zwischen 1988 und 2010 gehörte die Bühlerhöhe zu den bekanntesten Luxushotels der Region. Internationale Gäste, hochrangige Politiker und prominente Besucher prägten das Bild des Hauses.
Seit der Schließung im Jahr 2010 findet kein regulärer Hotelbetrieb mehr statt. Trotz des langen Leerstands handelt es sich jedoch nicht um eine ungesicherte Ruine: Das denkmalgeschützte Gebäude wird bewacht, instand gehalten und befindet sich auf Privatgrund.
Gerade dieser Unterschied macht die Bühlerhöhe interessant. Sie ist ein leer stehendes Grandhotel mit Lost-Place-Atmosphäre, aber ausdrücklich kein frei zugängliches Ziel für Erkundungen.
Lost Places an der Schwarzwaldhochstraße
Zwischen Freudenstadt und Baden-Baden erinnern mehrere ehemalige Hotels und Gasthäuser an die große Zeit des Höhen-, Kur- und Wintersporttourismus. Waldhorn, Kurhaus Sand, Hundseck und Alexanderschanze stehen heute jedoch an ganz unterschiedlichen Punkten ihrer Entwicklung.
Das ehemalige Waldhorn bei Kniebis
Das frühere Waldhorn am Ortseingang von Kniebis steht beispielhaft für den Niedergang einzelner touristischer Betriebe an der Schwarzwaldhochstraße.
Das Gebäude liegt an einer markanten Kurve nahe dem Kniebis. Über viele Jahre war das Waldhorn ein Anlaufpunkt für Reisende, Wanderer und Wintersportler. Zum Betrieb gehörten gastronomische Räume und Übernachtungsmöglichkeiten.
Mit dem Wandel des Reiseverhaltens verloren verschiedene traditionelle Höhenhotels und Ausflugsgaststätten ihre frühere Bedeutung. Der Leerstand des Waldhorns wurde dadurch zu einem sichtbaren Symbol für diese Entwicklung.
Das Gebäude ist von öffentlichen Verkehrswegen aus wahrnehmbar, aber kein regulär zugängliches Besichtigungsziel. Das Grundstück darf nicht eigenmächtig betreten werden.
Das Kurhaus Sand an der Schwarzwaldhochstraße
Im Kurhaus Sand sind bis heute zahlreiche Spuren der früheren Hotel- und Ausflugskultur erhalten geblieben.
Aus einer einfachen Schutzhütte entwickelte sich im Laufe der Zeit ein bekanntes Höhenhotel. Das Kurhaus Sand war ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge, Wanderungen und Wintersport an der Schwarzwaldhochstraße.
Der reguläre Hotelbetrieb wurde in den 1990er-Jahren eingestellt. Im Inneren blieben Teile der Ausstattung, Möbel, Gästezimmer und Gemeinschaftsräume erhalten. Dadurch vermittelt das Haus einen ungewöhnlich unmittelbaren Eindruck seiner früheren Nutzung.
Anders als viele vollständig gesperrte Lost Places wurde das Kurhaus Sand zeitweise im Rahmen angemeldeter Besichtigungen und offizieller Veranstaltungen geöffnet. Solche Möglichkeiten bestehen jedoch nicht dauerhaft und müssen vor der Anreise bestätigt werden.
Das ehemalige Kurhaus Hundseck
Die stark verfallene Hundseck-Ruine gehört zu den bekanntesten, zugleich aber gefährlichsten ehemaligen Hotels an der Schwarzwaldhochstraße.
Das Hundseck gehörte einst zu den großen Kur- und Höhenhotels der Region. In seiner Blütezeit verfügte der weitläufige Gebäudekomplex über zahlreiche Gästezimmer sowie Freizeit- und Erholungseinrichtungen.
Nach der Schließung verschlechterte sich der Zustand über Jahrzehnte. Teile des Gebäudes mussten bereits aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Der verbliebene Bau gilt als akut einsturzgefährdet.
Im Februar 2026 verständigten sich Land, Landkreis und beteiligte Kommunen auf ein gemeinsames Vorgehen für den Abriss. Aufgrund des Artenschutzes kann dieser nach den veröffentlichten Planungen frühestens ab September 2026 erfolgen.
Auch nach einem Abriss bleibt Hundseck für die Geschichte der Schwarzwaldhochstraße relevant. Der Ort dokumentiert dann nicht mehr nur einen Lost Place, sondern auch das endgültige Verschwinden eines früher bedeutenden Kurhotels.
Die Alexanderschanze – ein Lost Place im Wandel
Das ehemalige Hotel Alexanderschanze entwickelt sich von einem langjährigen Leerstand zu einem neuen Standort des Nationalparks Schwarzwald.
Das ehemalige Hotel befindet sich auf einer markanten Passhöhe nahe Kniebis. Über viele Jahre war es ein bekannter Anlaufpunkt an der Schwarzwaldhochstraße. Der Hotelbetrieb wurde Anfang 2015 eingestellt.
Das Land Baden-Württemberg übernahm das denkmalgeschützte Gebäude. Nach einer längeren Planungsphase haben 2026 konkrete Entrümpelungs-, Rückbau- und Umbauarbeiten begonnen.
Vorgesehen sind unter anderem eine Rangerstation des Nationalparks Schwarzwald, ein Informationsbereich, ein Veranstaltungsraum und eine einfache Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer.
Die Alexanderschanze ist damit streng genommen kein klassischer Lost Place mehr. Sie bleibt dennoch im Guide, weil ihr Wandel zeigt, wie ein aufgegebenes Gebäude eine neue Perspektive erhalten kann.
Wie aus bekannten Höhenhotels verlassene Orte wurden
Die Geschichte von Waldhorn, Bühlerhöhe, Sand, Hundseck und Alexanderschanze ist eng mit dem Wandel des Tourismus an der Schwarzwaldhochstraße verbunden. Die folgende Dokumentation greift diese Entwicklung auf und ergänzt die zuvor vorgestellten Orte um historische Aufnahmen und weitere Hintergründe.
Ergänzende Video-Dokumentation Lost Places an der Schwarzwaldhochstraße Video einblenden
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Mehr InformationenDas Video ergänzt die historischen Hintergründe. Der heutige Zustand einzelner Gebäude kann sich seit der Produktion verändert haben.
Direkt bei YouTube öffnen ↗Historische Ruine mit Lost-Place-Atmosphäre
Wer alte Mauern und überwachsene Ruinen erleben möchte, ohne Privatgrund oder gefährliche Gebäude zu betreten, findet in Allerheiligen ein regulär zugängliches Ziel.
Die Klosterruine Allerheiligen bei Oppenau
Allerheiligen ist kein klassischer Lost Place, bietet aber eine eindrucksvolle und legal zugängliche Ruinenlandschaft im Nordschwarzwald.
Die Geschichte des ehemaligen Prämonstratenserklosters reicht bis in das ausgehende 12. Jahrhundert zurück. Über viele Jahrhunderte war Allerheiligen Kloster, Schule und Pilgerstätte.
Brände, politische Veränderungen und die Aufhebung der Anlage beendeten schließlich die frühere Nutzung. Heute sind unter anderem Teile der Klosterkirche, des Kreuzgangs und weiterer Mauern erhalten.
Die Ruine liegt in einer bewaldeten Schlucht und lässt sich gut mit einem Spaziergang zu den nahe gelegenen Allerheiligen-Wasserfällen verbinden. Besucher sollten auf den vorgesehenen Wegen bleiben und die geschützten Mauerreste nicht betreten.
Weitere verlassene Orte in der Umgebung
Die folgenden beiden Ziele gehörten bereits zum bisherigen Artikel. Geografisch liegen sie nicht im Schwarzwald, sondern im Kraichgau und im benachbarten Elsass.
Wasserschloss Menzingen
Das im 16. Jahrhundert errichtete Renaissanceschloss wurde in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs schwer zerstört. Die Ruine blieb anschließend über Jahrzehnte von Vegetation umgeben.
Teile der Anlage wurden inzwischen freigelegt und gesichert. Das Wasserschloss befindet sich in Privatbesitz und darf grundsätzlich nicht betreten werden. Von öffentlichen Bereichen aus sind jedoch Teile der Ruine sichtbar.
Kasernengelände bei Neuf-Brisach
Das weitläufige Areal bei Volgelsheim wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Im Laufe seiner Geschichte waren dort sowohl deutsche als auch französische Truppenteile stationiert.
Nach der Aufgabe der militärischen Nutzung standen zahlreiche Gebäude leer. Mittlerweile wurden verschiedene Bereiche saniert oder einer neuen Nutzung zugeführt. Das Gelände ist daher nicht mehr als einheitlicher Lost Place zu betrachten.
Welche Orte lassen sich sinnvoll miteinander verbinden?
Die Lost Places liegen nicht unmittelbar nebeneinander. Für einen entspannten Ausflug empfiehlt es sich deshalb, die Ziele nach Regionen zu bündeln und Zutrittsregeln bereits vor der Abfahrt zu prüfen.
Waldlust, Waldhorn und Alexanderschanze
Diese Orte lassen sich thematisch mit einer Fahrt über Freudenstadt, Kniebis und die Schwarzwaldhochstraße verbinden. Eine Innenbesichtigung ist nur bei der Waldlust zu offiziellen Terminen möglich.
Sand, Hundseck und Bühlerhöhe
Die ehemaligen Hotelstandorte liegen entlang oder nahe der B 500. Sand kann nur nach bestätigter Anmeldung betreten werden; Hundseck und Bühlerhöhe sind keine frei zugänglichen Ziele.
Charlottenhöhe und Papierfabrik
Beide Orte sind vergleichsweise näher an Bad Wildbad, dürfen aber nicht betreten werden. Sie eignen sich daher nicht als reguläre Innenbesichtigungen.
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Mokni’s Palais Hotel & SPA entdeckenLost Places verändern sich ständig
Manche verlassenen Gebäude verfallen, andere werden abgerissen oder erhalten eine neue Nutzung. Waldlust entwickelt sich zum Kulturort, die Alexanderschanze wird umgebaut und Hundseck steht möglicherweise kurz vor dem endgültigen Verschwinden.
Gerade deshalb sollten Lost Places nicht nur als Fotokulisse betrachtet werden. Hinter den Mauern stehen reale Geschichten, Eigentumsrechte und häufig ein schützenswertes kulturelles Erbe.
Fragen zu Lost Places im Schwarzwald
Wichtige Hinweise zu legalen Besichtigungen, Privatgrundstücken und aktuellen Veränderungen.
Welche Lost Places im Schwarzwald kann man legal besichtigen?
Das Hotel Waldlust kann zu offiziellen Führungen, Besuchertagen und Veranstaltungen besichtigt werden. Beim Kurhaus Sand sind gelegentlich Besuche nach vorheriger Anmeldung möglich. Die Klosterruine Allerheiligen ist ein regulär zugängliches historisches Ausflugsziel.
Darf man verlassene Gebäude einfach betreten?
Nein. Viele Lost Places befinden sich auf Privatgrund. Ein Betreten ohne Erlaubnis kann rechtliche Folgen haben. Hinzu kommen Gefahren durch beschädigte Böden, einsturzgefährdete Decken, offene Schächte, Scherben und mögliche Schadstoffe.
Welcher Lost Place liegt in der Nähe von Bad Wildbad?
Die ehemalige Heilstätte Charlottenhöhe bei Schömberg gehört zu den näher gelegenen bekannten Anlagen. Das Gebäude ist jedoch eine gefährliche Brandruine und darf nicht betreten werden. Auch die Papierfabrik Weißenstein bei Pforzheim liegt vergleichsweise nah, befindet sich aber auf Privatgrund.
Ist die Bühlerhöhe ein frei zugänglicher Lost Place?
Nein. Das Schlosshotel Bühlerhöhe steht zwar seit 2010 ohne regulären Hotelbetrieb leer, befindet sich aber auf gesichertem Privatgelände und wird instand gehalten. Eine freie Besichtigung ist nicht erlaubt.
Kann man das Kurhaus Sand besichtigen?
Für das Kurhaus Sand wurden in der Vergangenheit und auch 2026 einzelne angemeldete Besichtigungen und Veranstaltungen angeboten. Ein Besuch ist nur mit einer aktuellen, ausdrücklichen Bestätigung zulässig. Eine spontane Erkundung ist nicht erlaubt.
Wird das Kurhaus Hundseck abgerissen?
Land, Landkreis und beteiligte Kommunen haben sich 2026 auf ein gemeinsames Vorgehen zum Abriss verständigt. Wegen des Artenschutzes kann der Abriss nach den veröffentlichten Planungen frühestens ab September 2026 erfolgen.
Ist die Alexanderschanze noch ein Lost Place?
Nur noch eingeschränkt. Nach mehrjährigem Leerstand haben 2026 Umbauarbeiten begonnen. Das ehemalige Hotel soll unter anderem eine Rangerstation des Nationalparks und eine einfache Wanderunterkunft aufnehmen.
Was sollte man bei einem Besuch beachten?
Besuchen Sie ausschließlich offiziell zugängliche Orte, bleiben Sie auf vorgesehenen Wegen und nehmen Sie nichts mit. Beschädigen Sie keine Gebäude, hinterlassen Sie keinen Müll und veröffentlichen Sie keine unerlaubten Zugänge zu Privatgrundstücken.
